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Montag, 3. Oktober 2011

haltet die zeit auf, sie läuft mir davon

Sobald ich draußen bin und die frische Luft einatme beruhigt sich die Stimme. Es ist noch dunkel und die Musik dröhnt mir in den Ohren, treibt mich an. Anfangs renne ich, aber ich werde langsamer und verfalle in einen gleichmäßigeren Rythmus. Die Schuhe schlagen dumpf auf der Straße auf, aber ich kann es nur erahnen, nicht hören weil die Musik meinen Kopf ausfüllt. Um die Stimmen zu erdrücken, um die Gedanken zu erschlagen. Ich fühle mich gut. Ich bin beruhigt. Ich unternehme was um dünner zu werden. Das ist es doch was ich will. Das einzige was ich will. Ich brauche keine Liebe. Als ich an der Ecke ankomme wo ich eigentlich links abbiegen wollte, gehe ich rechts um meine Runde zu verlängern. Bei der nädchsten Gabelung gehe ich statt links geradeaus. Die Strecke wird länger und länger. Ich will noch nicht aufhören, der Moment tut so gut, auch wenn mein Körper vor Schmerzen stöhnt. Ich werde schneller. Doch dann mache ich mich auf den Weg nach Hause, ich kann nicht ewig hier rumlaufen, auch wenn ich wollen würde. Leider. Wenige Autos fahren an mir vorbei. Ich hasse es wenn mich Leute sehen deswegen jogge ich meistens so früh wie möglich damit mich so wenig wie möglich Leute sehen. Als ich in meine Straße einbiege lege ich nochmal zwei Zahn zu, renne, renne. Gleich werde ich abheben und schweben. Meine Knie knicken ein, ich rappele mich hoch und renne wieder los. Vor unserer Haustür sacke ich in mir zusammen. Ein lebloser Körper. Ich sitze eine Weile auf der Schwelle doch dann stehe ich auf und schließe auf. Mir ist schwindelig. Die Welt vor meinen Augen tanzt und meine Schritte federn als wäre ich auf dem Mond. Ich fühle mich so gut. Das tut so gut. Am liebsten würde ich nochmal rausgehen und wieder laufen. Morgen, sage ich mir, morgen. Dann gehe ich hoch, dusche mich ohne die Kälte zu spüren die meine Haut hinabrinnt, und lege mich in mein Bett als sei nichts gewesen. Meine Eltern schlafen noch, sie werden das nie erfahren.

Kommentare:

  1. Schöner Text!
    Ich finde es toll, dass du dich traust rauszugehen und zu joggen!
    Ich beneide dich darum, ich kann das schon lange nicht mehr, obwohl ich so gerne würde.
    Mach weiter so <3

    Liebste Grüße

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  2. [simi] frisst dich:]3. Oktober 2011 um 10:12

    wundervoller Text *-*
    ich finde es wirklich gut, dass du joggen gehst. Ich würde auch gerne, aber irgendwie fehlt mir der Antrieb und die Zeit ):
    Sehr schön geschrieben:)

    Grüße♥

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  3. Wie gut *o*
    Das klingt schön!
    Ich bin leider viel zu faul um Joggen zu gehen -.- Obwohl mich die Idee die letzten Tage immer mehr reizt. ^^
    xx

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  4. Ich weiß nicht, wieviel du wiegst und wie die Essenssituation bei dir ist, deswegen kann ich auch nicht schreiben, dass ich es gut finde. Aber du hast wirklich alles sehr schön geschrieben. Der Text gefällt auf alle Fälle.

    Liebe Grüße,
    Simone

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  5. Ich schaffe das garnicht mehr, weil ich Angst habe raus zu gehen..
    Deswegen mache ich zuhause immer Aerobic, reicht ja auch <33

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  6. Ich bin auch froh zu wissen, dass es gleichdenkende gibt.
    Ich wünsche es auch keinem, niemals.

    Schön geschrieben, ich hoffe dir geht es wieder einigermaßen?

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  7. sehr schönes foto ♥ Lieben Gruß

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