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Montag, 16. April 2012

i woke up and i wished that i was dead

Die Kälte kriecht mir unter die Haut und verteilt sich in meinem ganzen Körper, obwohl ich das meiste an habe, friere ich am meisten. Meine Fingerspitzen fühlen sich an wie aus Eis und die Füße spüre ich kaum noch. Heute ist so ein Tag an dem ich mich am liebsten im Bett verkriechen würde, tausend Jahre schlafen um dann von meinem wunderschönen Prinzen wachgeküsst zu werden. Ich habe Angst dass ich mich zu sehr in meine Traumwelt flüchte deswegen entferne ich mich immer weiter von ihr. Die Realität wirft mir Schatten vor die Augen, das Licht blendet mich mit seiner Einsamkeit. Ich sehe das Fett im Spiegel und das Elend klettert an mir empor, rankt sich an meinem Körper hoch wie eine Kletterpflanze, hüllt mich komplett ein, schnürt mich zu, nimmt mir die Luft zum Atmen, ich muss mich befreien, losreißen von dem Dämon der mein Leben gestohlen hat um sich selbst besser zu fühlen, doch meine Arme sind zugeschnürt, das Eisen dicker Handschellen schneidet in meine Haut und hinterlässt tiefe Rillen. Die Flüssigkeit die aus meinen Augen läuft ist schwarzer Hass. Der Hass auf mich selbst, auf meinen Körper und auf das Selbstmitleid das mich manchmal so plötzlich überkommt. Ich habe das alles verdient. Jeder bekommt nur das aufgebürdet was er auch tragen kann, anscheinend wurde ich dafür ausgewählt, es passiert doch nichts ohne Grund oder?
Oder? Und was ist mit den hungrigen Kindern in Afrika? Mit den blutenden Hunden am Straßenrand in China? Mit dem fünfjährigen Mädchen welches tagtäglich vergewaltigt wird?
Warum lassen wir sowas zu? Warum sind scheinbar alle blind?
-Jeder ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Jeder!

Kommentare:

  1. Liebes. Danke übrigens für's taggen. Tut mir leid das ich jetzt erst antworte :(

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  2. Liebe Sophie,

    mein Mädchen, ich hab' dich lieb.

    Wenn ich früher richtig Angst hatte, mich brennender Haß auffraß o. eine Welle der Verzweiflung nur noch die leere ausgehöhlte Hülle meines Körpers hinterließ, versuchte ich diese Gefühle ganz weit wegzuschieben, Sie nicht an mich heranzulassen. Nach Jahren erkannte ich, wie sehr sich das alles in mir immer weiter aufgestaut hatte u. immer tiefer bis in mein Mark hineingekrochen war. Ich habe über Jahre verzweifelt versucht, das alles aus mir herauszuk*tzen, es aus mir ausbluten zu lassen, es herauszuschlagen - doch stattdessen grub es sich mit jedem Unterzuckerflash, mit jedem Zusammenbruch, mit jedem Schnitt u. jedem Schlag immer weiter in meine Seele hinein.

    Heute weiß ich, daß ich in solchen Momenten genau das Gegenteil tun muß. Wenn nun die Angst, der Selbsthaß, Verzweiflung u. Sinnlosigkeit mich bedrohen, lasse ich mich voll u. ganz hineinfallen. Ich gehe diesem -meinem- Gefühl mit offenen Armen entgegen u. schließe es fest in diese meine Arme. Ich freue mich mit ihm darüber das es da ist! daß ich ETWAS SPÜRE, daß ich existiere! Ich lasse mich davon überfluten u. in jenem Augenblick da es über mich hinwegflutet stellt sich jedes Haar an meinem Körper auf, mein Herz beginnt zu rasen u. die Intensität des Gefühls schnürt mir die Kehle mit einem stummen Schrei zu. Ich halte es fast nicht aus, doch dann ist es auch schon wieder vorbei. Wie beim Öffnen eines Schleusentors hat es sich mit einem Schlag entleert u. kann mich nicht mehr beherrschen. Um das Bild auf früher anzuwenden: damals schwappte nur immer etwas über die Staumauer / das Schleusentor, doch der Druck blieb u. ließ mich nie wirklich los.
    Diese Gefühle zuzulassen schaffe ich natürlich nicht immer. Wenn es mir sehr schlecht geht, schaffe ich es oft nicht. Doch auch wenn es dann nicht klappt: diese Gefühlen wurden nie wieder so stark wie früher, konnten mich nie wieder voll u. ganz beherrschen.

    Ich hoffe, mein Erleben hilft dir wenigstens ein bißchen für dein Leben. Könnte ich dir schenken, was ich in Jahren gelernt - ich würde es tun.

    Ich drücke dich ganz fest!

    Rain

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